Umweltschutz
Lärm
Eines der sensibelsten Themen bei Betriebsanlagengenehmigungsverfahren ist die Auswirkung von Schall auf die Anrainer. Weil Geräusche eine vielfältige Auswirkung auf den Menschen haben können, prallen hier oft die Interessen aufeinander.
Um eine Objektivierung möglich zu machen hat der Österreichische Arbeitskreis Lärmbekämpfung (ÖAL) die ÖAL-Richtlinie 3 herausgegeben. In dieser werden die Erhebungsmethoden und ein objektiver Ablauf bei der Beurteilung von Schallereignissen festgeschrieben. So wird zum Beispiel, festgestellt, dass bei Einhaltung des so genannten „planungstechnischen Grundsatzes“ eine Anlage zu genehmigen ist. Da im Genehmigungsverfahren durch den beurteilenden Amtsarzt zwischen einer möglichen Gesundheitsgefährdung und einer zumutbaren bzw. unzumutbaren Belästigung unterschieden wird, kommen der Erhebung von Schallpegel (dBA), Frequenz (Hz) bzw. Impulshaltigkeit eine große Bedeutung zu.
Zusätzlich zu diesen messtechnisch feststellbaren Größen sind wesentliche Beurteilungsgrundlagen der Zeitpunkt bzw. der Zeitraum der Schallemission und der vorhandene Grundgeräuschpegel in der Umgebung. Aufgrund dieser Komplexität bietet die ÖAL-Richtlinie 3 verbindliche Planungsabläufe für verschiedene Emissionsereignisse (Baustellen, Gewerbebetriebe, Schienenverkehr,…).
Lärm und Psychologie
Lärm als persönlich empfundene Belastung kann sich vom Summen einer Fliege über das impulsartige Klopfen an der Wand, wenn ein Nagel eingeschlagen wird, bis zum andauernden Heulen einer hochtourigen Maschine erstrecken.
Aus dieser breiten Varianz heraus ist erkennbar, wie wichtig eine gute Planung vor Errichtung einer betrieblichen Anlage ist.
Grundsätzlich ist die spätere Sanierung schwieriger und teurer als eine akustisch gut geplante Betriebsanlage.
Geräuschfaktoren
Die Lautstärke, aber auch andere Geräuschfaktoren, machen das Geräusch zum Lärm. So wie
Der Auftrittszeitpunkt im Tagesverlauf:
Besonders in den Abend- und Nachtstunden fühlen sich Menschen durch Lärm belästigt.Die dynamischen Eigenschaften
Der Wechsel von laut und leise ist besonders unangenehm.Die Frequenz
Hohe laute Töne sind unangenehmer als tiefe laute Töne.Die soziale Bewertung
Kirchenglocken stören die meisten Personen weniger als ein laufender Motor.Die persönliche Bewertung
Lärm bzw. die Störung lauter Geräusche, bedeutet für jede Person etwas Anderes.
Lärm bzw. die Störung lauter Geräusche, bedeutet für jede Person etwas anderes.
Wenn Geräusche zur Belästigung werden
Von Lärmbelästigung wird gesprochen, wenn aufgrund eines auftretenden Geräusches eine Aktivität unterbrochen beziehungsweise behindert wird. Besonders lärmempfindlich reagieren Personen, wenn
die sprachliche Kommunikation gestört wird,
sie Denkleistungen erbringen sollen,
sie schlafen wollen.
Lärm kann Missstimmungen, wie Unfreundlichkeit, Gereiztheit, Aggression, Krankheiten und vieles mehr auslösen.
Lärm und Gesundheit
Eine, einmal eingetretene, Lärmschädigung durch die Zerstörung der empfindlichen Sinneszellen im Innenohr ist nicht mehr rückgängig zu machen. Daher kommt dem vorbeugenden, konsequenten Schutz des Ohres vor zu lauten Geräuschen entscheidende Bedeutung zu. Die Schallschädigungen addieren sich im Laufe des Lebens. Der Schallschutz muss schon im Jugendalter beginnen, zum Beispiel durch entsprechende Aufklärungsarbeit mit Vermeidungs- und Schutzmaßnahmen. Entscheidend ist, unserem Gehör Phasen der Erholung zu bieten.
Schäden durch Lärm
Die besondere Empfindlichkeit unseres Gehörsystems hat einen Nachteil: Zu laute Geräusche können das Ohr und seine Sinneszellen vorübergehend oder dauerhaft schädigen. Unter Umständen kann auch eine gesundheitsschädliche Schallstärke (zum Beispiel bei Musik) als angenehm empfunden werden. Die Folgen können unterschiedlich schwer sein. Sie können nicht nur das Gehörsystem betreffen, sondern auch Störungen des Gesamtorganismus hervorrufen. Die Schäden hängen von der Lautstärke ab.
Schutzmaßnahmen
Da viele Fertigungsprozesse Schall emittieren ist es notwendig, seine Ausbreitung zu vermeiden bzw. zu schwächen.
Grundsätzlich gilt:
Je früher die Schallemission unterbunden wird desto einfacher ist es.
Dadurch sind zwei Übertragungswege zu vermeiden:
Körperschallübertragung
Dabei werden Vibrationen z.B. eines Rotationswerkzeuges über den Maschinenkörper auf den Fußboden und darüber hinaus in Fundament und Mauerwerk übertragen. Körperschallübertragungen können sich sehr weit ausbreiten und im ganzen Gebäude bzw. in den Nachbargebäuden wahrgenommen werden. Als Lösung kann die Entkoppelung von Maschinenkörper und Fußboden mittels „Silent-Blocks“ herangezogen werden. Dabei müssen die dämmenden Kunststoff-Teile in der Planung für die auftretende Frequenz und Masse der Maschine ausgelegt werden.Luftschallübertragung
Hier wird der Schall direkt über die Luft verbreitet. Zur Schalldämmung gilt es dabei die auftretenden Luft-Schallwellen zu dämpfen und eine Übertragung auf weitere Luftschichten zu unterbinden. Dabei können durch Umhausungen der Schallquelle, z. B. mittels schalldämpfender Wandaufbauten gute Verbesserungen bei der Minimierung der Emission erreicht werden.